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Radio Sauerland Vorbericht:

Dienstag, 12. Mai 2009 - 08:33 Uhr

Der Sauerländer Extremsportler Martin Quitschorek läuft am kommenden Sonntag im Gefängnis.

Der Athlet des LAC Veltins Hochsauerland startet beim 3. Darmstädter Knast-Marathon. Am Start in der Justizvollzugsanstalt sind 145 externe Läufer und 36 Häftlinge.


Das Abenteuer der besonderen Art
Unverhofft gewann ich eine Wildcard für einen mehr als verrückten Marathon Start, nämlich einen „ Knast Marathon“ in Darmstadt. Dieser war aufgrund nur 130 Externer zugelassener Starter, schon seit Monaten dicht. Aber es gibt halt Gewinnspiele und ich hatte Glück.

Vielen Dank für die Wildcard geht hiermit noch einmal an die Seite http://www.crazyruns.com/



Der 3te Darmstädter Knast Marathon war bereits genau eine Woche nach den Deutschen Marathon Meisterschaften in Mainz angesetzt. Dieses machte schon im Vorfeld das Finishen etwas fraglich, weil bestimmt die Renegeration der Beine noch nicht ganz abgeschlossen war. So wurde schon am Samstag nach dreistündiger Auto Anfahrt ein Pensionszimmer bezogen, um einigermaßen frisch am Sonntag Morgen beim Start um 10:00 Uhr in der Darmstädter JVA anzutreten. Nach etwas Wartezeit vor der JVA schlossen sich die schweren Stahltüren mit einen dumpfen Schlag hinter den kleinen zu durchsuchenden Läufergruppen. Nach  dem ausgiebigen Filzen der Sportutensilien (besonders die Powerbar Mischungen)  wurde die Sicherheitsschleuse Nr.2 passiert. Im Innenraum dröhnte schon sehr laute Hard Rock Musik um das Läufervolk auf die 42,195 km einzustimmen.



Pünktlich um 10:00 Uhr erfolgte der Startschuss, und es ging auf die insgesamt 24 Runden mit etlichen Wendepunkten und Wechselpassagen. Alles in ganzen ein etwas langweiliger Kurs, aber aufgrund der Lauten nicht aufhörenden Anfeuerungen der Insassen doch recht unterhaltsam. Die gute Alte Firma Mika Timing machte mit ihrer Chipmessung und einer Anzeige der gelaufenen Runden auf einer Leinwand alles übersichtlich, so das man selber nicht mitzählen brauchte. Die erste HM Hälfte lief in 1:44 Std. erstaunlich gut (und das eine Woche nach dem Mainz Marathon), wurde dann aber jäh unterbrochen, da sich plötzlich der rechte gelbe Laufschuh rot verfärbte! (Es stellte sich später heraus das ein Zehnagel ab diesen Augenblick keine Lust mehr hatte mitzulaufen) Dummerweise war eine vernünftige Laufbewegung schlagartig nicht mehr möglich, und die Sauna Temperaturen im Innenraum der hohen Mauern taten ihren Rest dazu.



So kamen auf der 2ten HM Runde 2:18 Std. zustande die trotzdem immerhin einen Platz im vorderen Drittel ermöglichten. Da die zweite Hälfte mehr als gemächlich verlief, und etwas Ablenkung gegen die seltsamen Gefühle im rechten Schuh nötig waren, kam doch die ein oder andere Unterhaltung mit den wirklich sehr netten „Internen“ zustande. Da die meisten von ihnen ihren ersten Marathon versuchten, hatten wir alle mehr oder wenig zu beißen, um nach der 24. Runde die begehrte Finisher Medallie zu bekommen. Etwa 30 Mitstreiter (zum größten Teil Externe) schafften es nicht ins Ziel. Nach einer erfrischenden Dusche ging es direkt zu den Sanis, um das „Blutige etwas“ zu versorgen! Wenn ich nicht im Vorfeld öfters Motivierend bei Radio Sauerland als Sauerländer Extremsportler genannt worden wäre, hätte das Finishen noch schwerer fallen können. So war es absolut ein Muss auch ins Ziel zu kommen. Nach einer kurzen Verabschiedung von einigen Mitläufern, ging es wieder durch die Sicherheitsschleusen in die Freiheit. Fazit: Diesen Lauf sollte jeder Abenteuer Orientierte Marathoni in seinen Leben einmal mitgemacht haben. Die Strecke war zwar eintönig, aber die besondere Atmosphäre machte schon etwas her.  

 

Ein Video von den ZDF Nachrichten über den Marathon (hier)


Ein schöner Pressebericht von Rolf Mitzscherling untenstehend:

Ob Strongmen, Untertage-Marathon im Bergwerk oder Indoor-Marathon im Gebäude, Martin Quitschorek, Extremsportler vom LAC Veltins Hochsauerland hat eine Vorliebe für das Außergewöhnliche. Der Extremsportler vom LAC Veltins Hochsauerland hat am Sonntag zusammen mit 145 externen Läufern und 36 Inhaftierten am 3. Darmstädter Knast-Marathon teilgenommen. Das bunt gemischte Starterfeld bestand aus 145 externen Läufern und 36 Inhaftierten, die sich über 6 Monate intensiv mit 5 Trainingseinheiten pro Woche auf dieses Ereignis vorbereitet hatten.
Viel Disziplin, Ausdauer, Gewissenhaftigkeit, Geduld, Willenstärke, Ehrgeiz waren erforderlich, die physische und psychische Leistung zu vollbringen. Diese Tugenden, die nicht unbedingt mit den Insassen einer Justizvollzugsanstalt in Verbindung gebracht werden, helfen den Gefangenen bei der Resozialisierung. Durch seine Teilnahme am 3. Darmstädter Knast-Marathon trug Quitschorek dazu bei, dass die Inhaftierten Kontakte zu Sportlern von „draußen“ aufbauen können.
Mit einer Zeit von 4 Stunden und 2 Minuten konnte er sich bei Saunatemperaturen im 1/3 Drittel der Marathonläufer platzieren. Die 9 Meter hohen Gefägnismauern ließen keinen Windzug durch. Außerdem stieg die Temperatur innerhalb der Gefägnismauern auf 35° Celsius. Eine begeisternde und "friedliche" Stimmung zwischen den externen Läufern und den Inhaftierten prägten die insgesamt 24 Runden (1 Runde = 1.758 Meter) durch die Darmstädter Justizvollzugsanstalt. Zwischendurch fand Quitschorek auch Gelegenheit sich mit einem Bankräuber und einem Mörder zu unterhalten. Sie zeigten sich ihm gegenüber sehr offen und bereuten ihre Taten.
Nachdem Quitschorek (wegen guter Führung) wieder in die Freiheit entlassen worden ist, plant er für den 3. Juli als nächstes Lauf-Projekt den Start beim Marburger Nacht-Marathon.


Rahmen Infos durch den Veranstalter:

http://www.sv-kiefer-darmstadt.de//

Der Marathon wird auf einem Rundkurs von 1,758 km (24 Runden) innerhalb der JVA Darmstadt ausgetragen. Das Rennen ist beim HLV angemeldet - die Strecke offiziell vermessen.  1 mal pro Runde wird ein Verpflegungsstand (Wasser, Apfelschorle, Tee, Cola,Bananen, Müsliriegel) passiert. Die Strecke,  gelaufen wird auf Asphalt, ist absolut eben, es gibt keine Steigungen.  Das Starterfeld ist aus organisatorischen Gründen auf 130 externe Läufer beschränkt. Die Startgebühr beträgt 20,00 Euro. Jeder Teilnehmer erhält eine Medaille, eine Urkunde, ein Finisher-Shirt und eine CD mit den Fotos der Veranstaltung. Private Fotoapparate sind aus Sicherheitsgründen nicht zugelassen!

Einlass in die Anstalt ist ab 8:00 h möglich.  Der Start findet um 10:00 h statt - das Ziel bleibt bis ca. 15:00 h (bei Bedarf warten wir auch etwas länger) geöffnet. Die offizielle Siegerehrung mit der Verlosung der Tombola-Preise, mit Ihrer Startgebühr  nehmen Sie automatisch daran teil, ist für 16:00 h vorgesehen. Wir bitten alle Läufer um Ihre Teilnahme. Umkleide- und Duschmöglichkeiten sind vorhanden.

Beim Einlass in die Anstalt erfolgt eine Pass-, bitte halten Sie Ihren Ausweis bereit, und eine Personenkontrolle, sicherlich von der Abfertigung an Flughäfen bekannt. Das Einbringen von Alkohol, Drogen und Waffen in die Anstalt ist verboten. Handys sind ebenfalls nicht zugelassen, lassen Sie diese bitte in Ihrem Fahrzeug.  Bitte helfen Sie uns mit möglichst wenig Gepäck bei der "Abfertigung"! 


Familienangehörige und Besucher in der JVA Darmstadt einsitzender Inhaftierter sowie ehemalige Inhaftierte sind von der Teilnahme ausgeschlossen!
Die Zeitnahme erfolgt mit dem Mika Champion-Chip. Sollten Sie keinen eigenen Chip besitzen, wird Ihnen mit der Startnummer gegen eine Leihgebühr ein Chip zur Verfügung gestellt.